Pressemitteilung BIG A3 vom 28. November 2020

Position der BIG A3 zur Verlängerung der A3 – M85 Lückenschluss zur und A2 Autobahn

Die BIG A3 – überparteiliche Bürgerplattform gegen den Weiterbau der A3 – sieht den Bau einer Autobahn – Lückenschluss zwischen der A3 und der M85 – nicht als Lösung eines bestehenden, und sich voraussichtlich, lokal und überregional zuspitzenden Verkehrsproblems. Viel mehr wird mit der Freigabe der M85, mit oder ohne Lückenschluss, das Land Burgenland gefordert sein, Maßnahmen zu ergreifen, um die Verkehrssituation zu regulieren. 

Eine Verlängerung der Autobahn A3 nach Ungarn hätte massive Auswirkungen auf das Burgenland und den Verkehr im Süden von Wien. Die Trasse der bestehende A3 ist für den zusätzlichen Verkehr nicht ausgelegt und belastet bereits jetzt die Anrainergemeinden unzumutbar. Der Landtag und die betroffenen Gemeinden lehnen einen Weiterbau vehement ab. Das belegen Unterschriftenlisten, Volksbefragungen, Resolutionen, Gemeinderatsbeschlüsse und ein Beschluss des Burgenländischen Landtags vom 16. April 2020.

Es ist positiv für einen gleichmäßigen und emissionsarmen Verkehrsfluss, wenn es weiter vor den Städten auf den Autobahnen Strecken mit geringerer Höchstgeschwindigkeit gibt, die den Verkehr etwas verzögern und so dosiert in Richtung Stadt weiterleiten. Neben der Südautobahn mit dem Tempo 100 im Wechselgebiet hat auch die A3 vorgelagerte Strecken mit geringerer Geschwindigkeit, die Bundesstraßenverbindung nach Sopron!

Auf der A4 fehlt so eine Dosierung, dadurch entstehen dort regemäßig Staus an der Stadteinfahrt. Sollte die A3 von Ungarn kommend ohne „Dosierstrecke“ durchgehend ausgebaut werden, würde sich der tägliche Stau auf der Südautobahn vor Wien vervielfachen, und die Pendler aus Ungarn wären noch vor den Autofahrern aus der Steiermark, Niederösterreich und dem Burgenland angestellt. Zusammen mit der ausgebauten Schnellstraße in den Bezirk Mattersburg wäre die bestehende A3 überlastet und es wäre bald ein dreispuriger Ausbau unumgänglich.

Der gesetzliche Lärmschutz von Autobahnen und Schnellstraßen ist nicht für die durch den Klimawandel geänderten Lebensgewohnheiten und auch nicht für die massive Zunahme des Güterverkehrs ausgelegt, zusätzlich drängt die Wirtschaft auf die Aufhebung des Nachtfahrverbotes bzw. Geschwindigkeitslimits für LKW .

Durch den Klimawandel werden Tropennächte und Hitzetage häufiger, die Leute müssen im Sommer nachts die Fenster zum Lüften offen halten können, um die Häuser bewohnbar zu halten.

Die österreichischen Lärmgrenzwerte liegen bei 50 dB in der Nacht, damit wird eine Schädigung der Gesundheit der Bevölkerung in Kauf genommen. Die WHO formulierte schon 1999 in ihren Community Noise Guidelines (1999) Richtwerte für die Nacht mit höchstens 40 dB, da dann die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit stark zunehmen.

Die Umweltauswirkungen sind ebenfalls nicht zu unterschätzen, im Endeffekt verursachen 10 km Autobahn 12.000 Tonnen CO2 jährlich, ohne den Bau gerechnet.

Problematisch wird es dann im so vorprogrammierten täglichen Stau an den Stadträndern, weil sich ganz legal die Abgasreinigung bei niederen Temperaturen und wegen Verstopfungsgefahr der Filter abschaltet und so auch EURO 6 Fahrzeuge ähnlich wie EURO 0 aus den 1980 – Jahren emittieren. Diese Schadstoffe haben massive Auswirkungen auf die Autofahrer, die Schadstoffbelastung in den Autoinnenräumen ist durch die Auspuffgase des Vordermannes doppelt so hoch wie bei Messungen in Straßennähe nach den EU Richtlinien!

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