Presseaussendung BIG A3 vom 15.01.2020

A3 Verlängerung bis zur Staatgrenze
Pro & Contra

In seinem Referat untermauerte Verkehrsexperte DI Dr. Frey (TU Wien) die Forderung der BIG A3 „Nur das Löschen der geplanten A3 Verlängerung aus dem Bundesstraßengesetz von 1971 bringt Sicherheit für die betroffene Bevölkerung“.

Die BIG A3 (Überparteiliche Bürgerinitiative gegen die A3 Verlängerung vom Knoten Eisenstadt bis zur Staatgrenze) veranstaltete am Dienstagabend, den 14. Jänner 2020, in Wulkaprodersdorf einen Informationsabend mit dem Verkehrsexperten DI Dr. Harald Frey (TU Wien) zum Thema “Mobil ohne Autobahn”. Ca. 200 interessierte Betroffene aus den umliegenden Gemeinden folgten der Einladung.

Die rege Publikumsdiskussion über drohende Auswirkungen auf Land und Leute sowie mögliche Alternativen zur A3 Verlängerung zeigte das hohe Interesse an dieser Problematik.

Im Zentrum standen vor allem zwei Fragen:

  1. Welche Verkehrszunahme ist durch den geplanten Lückenschluss der ungarischen Autobahn M85 (von Györ über Sopron) mit der A3 (vom Knoten Eisenstadt kommend) zu erwarten?
  2. Was ist zu tun, damit uns der Straßenverkehr nicht überrollt?

Dr. Frey skizzierte dazu zwei Antworten:

Pro. A3 Verlängerung wird umgesetzt

Sowohl in Ungarn die M85 als auch in Österreich die A3 werden bis zur Grenze bei Klingenbach verlängert und somit die Autobahn Lücke komplett geschlossen.

Dazu Dr. Frey: “Insbesondere der LKW-Verkehr wird sich auf dieser neuen Transitachse schlagartig intensivieren. Es sei zu erwarten, dass sich etwa 50% des transnationalen Schwerverkehrs von der Ostautobahn A4 auf die Südost-Autobahn A3 sowie auf die autobahnähnlichen Schnellstraßen S31 und S4 verlagern werde“.

Contra: A3 Verlängerung wird nicht umgesetzt

Ungarn vollendet die Verlängerung der M85 bis zur Staatsgrenze. Die M85 endet derzeit schon vor Sopron, an der Umfahrung von Sopron wird eifrig gebaut.

Im Burgenland endet die A3 im Knoten Eisenstadt und wird NICHT bis zur Grenze verlängert. Burgenland hat für die bestehende Bundesstraße B16 ab der Grenze ein Fahrverbot für LKW über 7,5 t erlassen.

Weder Ungarn noch Österreich setzen Maßnahmen, um den Straßentransit einzudämmen.

Dr. Frey vertrat die Ansicht, dass es OHNE weitere flankierende Maß­nahmen nicht ausreichen werde, den Verkehrszuwachs aus Ungarn zu bremsen. Und zitiert dazu die BIG A3:”Bereits JETZT sind die Bewohner von Klingenbach, Siegendorf, Zagersdorf, Wulkaprodersdorf, Eisenstadt, Großhöflein, Müllendorf und Steinbrunn durch Lärm, Abgase und Feinstaub gesundheitlich gefährdet.”

Dr. Frey: „Nur wenn die Verlängerung der A3 aus dem Bundesstraßengesetz gestrichen wird, kann es rechtliche Sicherheit für die betroffene Bevölkerung geben.“ Damit untermauert er mit Fakten die Argumentation der Bürgerinitiative.

„Der Fokus in der Verkehrsentwicklung muss eindeutig auf dem öffentlichen Verkehr liegen. 2 Milliarden EUR im Burgenland in den Straßenausbau zu investieren und nur 120 Millionen EUR in den Öffentlichen Verkehr ist der falsche Weg“, so der Verkehrsexperte Dr. Frey.

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